Das Reich der Mitte zu Gast am Reutlinger Campus

28.08.2019

Zweitägiges "Vocational Education and Training" am Reutlinger Campus gab chinesischen Lehrenden des Jiangsu Urban and Rural Construction College Einblicke in das duale Bildungssystem und die praxisnahe Ausbildung an der Hochschule Reutlingen. Organisiert wurde das Training von der Knowledge Foundation, der Weiterbildungsstiftung der Hochschule Reutlingen.


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Das Jiangsu Urban and Rural Construction College liegt im Osten der Volksrepublik China, in einer Provinz nahe Shanghai. Gegründet im Jahre 2015 studieren dort heute 7.000 Studierende an fünf Fakultäten. Von den rund 400 Mitarbeitenden sind 350 in der Lehre tätig.

Jia Gu, Program Assistant an der Knowledge Foundation, hieß die chinesischen Gäste am ersten Tag herzlich Willkommen und führte mit ihren Übersetzungen durch die Trainingstage. Im Folgenden stellte Prof. Baldur Veit, LL.D., Leiter des Reutlingen International Office, die Hochschule Reutlingen vor und tauchte dann in die Lehreinheiten ein. „Wir haben den chinesischen Gästen das duale Berufsausbildungssystem und das duale Studium in Deutschland in Theorie und Praxis erklärt. Besonders die Hybridausbildung von Berufsfachausbildung und akademischem Studium hat sie sehr interessiert“, so Veit. Ergänzt wurden seine Lehrvorträge durch den Verantwortlichen für International Programmes der Hochschule Reutlingen, Udo Stelzer, M.A.

Neben der Theorie gab es natürlich auch Einblicke in die Praxis – eine Campusführung und Besichtigungen verschiedener Labore trafen bei den Gästen aus China auf großes Interesse.

„Ich war tief beeindruckt, als ich die Labore der Hochschule Reutlingen besuchte. Die Labore sind gut ausgestattet, der Lehrplan präsentiert sich hier als gutes Beispiel der Kombination aus Theorie und Praxis. Die Verknüpfung von theoretischem und praktischem Wissen wird den Studierenden sicherlich bessere Karriereaussichten sichern“, resümierte ein chinesischer Lehrender des Jiangsu Urban and Rural Construction College.

Insbesondere das IP Plane-Projekt der Fakultät Technik, in dem Studierende des Wirtschaftsingenieurs-Studiengang International Project Engineering (IP) in zehn Semestern in wechselnden Teams unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jochen Brune ein Flugzeug aus 36.000 Einzelteilen gebaut haben, begeisterte die Lehrenden aus dem Reich der Mitte. Denn in China dauert ein Praxisprojekt meistens ein Semester und nicht, wie im Fall von IP Plane, über „mehrere Generationen“ hinweg.

Ein Ende fanden die zwei kurzen, aber doch intensiven Tage bei der Übergabe der Zertifikate an die Teilnehmenden des Jiangsu Urban and Rural Construction College durch Prof. Baldur Veit. „Die Zeit war zwar kurz, aber die Professionalität und die humorvollen Erklärungen der deutschen Dozenten hat uns tief beeindruckt. Während der Tage haben wir immer die Freundlichkeit gespürt. Dies ist eine Verkörperung der tiefen Freundschaft zwischen China und Deutschland“, resümierte der für den Besuch verantwortliche Dozent des Jiangsu Urban and Rural Construction College.

Eine Fortführung der Kooperation ist nach dem erfolgreichen Pilotprojekt bereits in Planung. Mitte September folgt eine Delegation des Jiangsu Urban and Rural Construction College mit Vertretern der Hochschulleitung, -verwaltung sowie Dozenten aus den Fakultäten.